- 01.
Alles
- Stell dir vor, du wärst wieder
allein unter Leuten
Sängst traurige Lieder
vom Sein und Bedeuten
vom Schreien und sich Häuten
vom Wollen und nicht Kriegen
von Kriegen und Frieden
vom niemals zufrieden sein
Und plötzlich ein Schlag und du kriechst
auf allen Vieren
Und eine Stimme an deinem Ohr sagt:
Du sollst nicht lamentieren
Sie sagte,
Schluss mit den Faxen
und Schluss mit dem Greinen
Mit einem Tritt in die Haxen und
einem Kuss, der zum Weinen wär,
hielte er dich fest
Und auch wenn du dich wehrtest,
wenn du dir nicht glauben kannst,
dass du es wert bist
Alles ist alles ist alles
Dir ist
alles erlaubt und
alles gegeben
alles geglaubt und
alles vergeben
Und alles wär drin
und alles daneben
Es wär alles getan
und alles vergebens
und gut
Stell dir vor, dass Erlösung nicht nur für Religiöse wär
Rigorose Engel kämen,
die richtig böse wären
Wenn du sonst keinem glaubst,
würdest du glauben,
wenn sie sagten, schau,
wir fixieren deine Schrauben
Wenn sie sagten: Wir nehmen
dir deine Krücken,
sag, würdest du tanzen
oder dich danach bücken?
Weißt du,
alles ist alles ist alles
Dir wär
alles erlaubt und
alles gegeben
alles geglaubt und
alles vergeben und
alles wär drin
und alles daneben
Es wär alles getan
und alles vergebens
Und alles wär alles
alles wär alles wär alles wär alles wär alles
wär gut
- Stell dir vor, du wärst wieder
- 02.
Was uns beiden gehört
- Er sagte
Mir gehört der Tag und das gleißende Leuchten
der Sonne im Wasser und die aufgescheuchten
Vögel und Rentner und Kinder und Paare
Mein ist das Helle, das Heitere, WahreDir hingegen, dir gehören Katzen und Ratten,
alle, die viel zu viel zu trinken hatten
Dein ist die Dunkelheit, dein ist das Feuer,
alles, was einfach ist und ungeheuerUns beiden gehört
das Abendlicht
Das Flackern der Lichter
in unseren Gesichtern
mehr nicht
Uns beiden gehört die Dämmerung
und hier dämmern wir rum
eng umschlungenUnd ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss,
der am Tag noch nicht heißt, dass man bleiben will bis zum Schluss
Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss,
der nachts noch nicht heißt, dass man morgens noch da sein mussSie sagte
Mir gehört die Nacht mit all ihren Schatten
Mein sind der Sex und die besseren Platten
Mein sind die Weite, die Tiefe, die Ferne
Mir allein folgen der Mond und die SterneDir gehören Hunde und Brötchen und Spiele
Dein ist das Bunte, das Große, das Viele
Überschwang, Überfluss, überhaupt alles
unter der Sonne, das ohne Verfall istUns beiden gehört
das Abendlicht
Das Flackern der Lichter
in unseren Gesichtern
Mehr nicht
Uns beiden gehört die Dämmerung
und hier dämmern wir rum
eng umschlungenUnd ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss
der am Tag noch nicht heißt, dass man weiß, man will am Schluss
Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss
der nachts noch nicht heißt, dass man morgens noch da sein muss
- Er sagte
- 03.
Bring mich nach Hause
- Ich brauch einen Freund mit weiten Armen
Ich brauch einen Freund, der kein Erbarmen kennt,
der mich zu Boden ringt
Ich tobe und rase
ein Tuch mit Äther
über Mund und NaseIch brauche tiefste schwarze Nacht
hinter meinen Lidern
Ein Gift gegen den Schmerz
in meinen GliedernIch brauch einen Schuss
Feuer in meine Venen
Ich brauch eine Bahre,
Blaulicht und SirenenIch brauch, ich brauch
Ich brauche
LichtBring mich nach Hause,
ich bin schon zu lang hier draußen
Komm und trag mich, frag nicht wieder
wohin
ich will
nach Hause
Ich bin schon zu weit hier draußen
Komm und trag mich
Schlag mich nieder
Ich bin nicht still genugIch brauche einen Freund mit weiten Schwingen,
der mich heil nach hause bringen kann
durch die Dunkelheit, den Wind und den Regen,
um mich dann vor meine Tür zu legenUnd dort erst auf der Schwelle
will ich verbluten,
wenn ich still bin, soll der Regen
jede Zelle flutenIch brauch, ich brauch
Ich brauche
nichtsBring mich nach Hause
Ich bin schon zu lang hier draußen
Komm und trag mich, frag nicht wieder
wohin,
ich will
nach Hause
Ich bin schon zu weit draußen
Komm und trag mich
Schlag mich nieder
Ich bin nicht still genug
- Ich brauch einen Freund mit weiten Armen
- 04.
Flucht in Ketten
- Ein blinder Schritt
und die Kette reißt
an meinem Arm, nur damit ich weiß,
irgendwo im Dunkeln bist du immer noch da
RahulaUnd weit entfernt hör ich Hunde bellen
Ich glaub sie sagen, wir sollen uns stellen, sie sagen,
was soll das werden, was habt ihr vor
In meinem Kopf singen sie im Chor
Sie singen:Deine Suche nach Ewigkeit und nach
einem Weg aus dem Leid heraus und nach
dem Schwert, das dich befreit
Ein Wettlauf mit der Zeit
Dass das klar ist
RahulaEine Flucht in Ketten
ist kein Kinderspiel
Was soll uns noch retten
Ich würd nicht viel
auf uns verwetten
RahulaUnd wenn du fällst,
helf ich dir auf
Die Welt nimmt ihren
und wir unsern Lauf
Und irgendwo im Dunkeln bin ich immer noch da
RahulaUnd tausend Augen glühen matt im Sumpf
Tonnenschwere Leiber gleiten dumpf
zu uns an Land und es kommt mir vor,
als sänge ein Reptilienchor für unsDeine Suche nach Ewigkeit und nach
einem Weg aus dem Leid heraus und nach
dem Schwert, das dich befreit
Ein Wettlauf mit der Zeit
Seit du da bist
RahulaEine Flucht in Ketten
ist kein Kinderspiel
Was soll uns noch retten
Ich würd nicht viel
auf uns verwetten
und auf unser Ziel
Seit du da bist
Rahula
- Ein blinder Schritt
- 05.
Die Ballade von Wolfgang und Brigitte
- Als Wolf und Brigitte in die Baerwaldstraße
zogen,
dachten alle dort, sie wären ein Paar
Sie hatten zusammen eine Kiste,
nur das mit der Beziehung
war Gitte vielleicht nicht ganz so klarUnd Manfred und Irene waren für alles offen
und Irenes Arme waren es auch
Und wenn Wolf und Brigitte richtig besoffen waren,
dann schliefen sie auf Irenes BauchUnd am Morgen saßen alle zusammen in der Küche
und Brigitte kraulte Manfred den Bart
Und Irene stand an der Spüle und sang,
nur Wolfgang saß weinend im BadFür das Wahre, Schöne, Gute
will jeder gerne bluten
und fühlen, was es zu fühlen gibt
Es war alles schön und gut
Es gibt nichts, was man nicht tut
aber Wolfgang hat Brigitte geliebtUnd sie fuhren nach Südspanien, ihren Horizont zu weiten
und das letzte bisschen Muff zu verlieren
Im dritten Jahr lernten sie die Wellen zu reiten,
nur Wolfgang lernte fotografierenAuf den Fotos spielen die Kinder im Sand wie bei Bob Dylan
und Muscheln fallen aus ihrer Hand
Wenn die anderen längst schon im Zelt lagen und schliefen
saß Wolfgang alleine am StrandFür das Wahre, Schöne, Gute
will jeder gerne bluten
und fühlen, was es zu fühlen gibt
Es war alles schön und gut
Es gibt nichts, was man nicht tut
Aber Gitte hat den Wolf nicht geliebtDann zog Brigitte nach Ibiza und verkaufte Batiksachen
Wolf kündigte, um bei ihr zu sein
Nach ein paar Wochen sagte Gitte,
ich wollte eigentlich einen Schnitt machen
und frei sein, du engst mich einUnd noch im Flughafencafé sah er den Flieger landen
Irene kam mit schwerem Gepäck
und einem Aufkleber vom Zoll auf Spanisch, der wohl sagte:
Ich bin angekommen und geh nicht mehr wegFür das Wahre, Schöne, Gute
will jeder gerne bluten
aber Brigitte hat Irene geliebtEs war alles schön und gut
Es gibt nichts, was man nicht tut,
aber Manfred hat Gabi geliebtFür das Wahre, Schöne, Gute
will jeder gerne bluten,
aber Gabi hat Wolfgang geliebtEs war alles schön und gut
und es brauchte sehr viel Mut,
aber Dieter hat Reinhart geliebtEs war alles schön und gut
Es gibt nichts, was man nicht tut,
aber Reinhart hat Uschi geliebtEs war alles schön und gut
Es gibt nichts, was man nicht tut,
aber Wolfgang hat Brigitte geliebt
- Als Wolf und Brigitte in die Baerwaldstraße
zogen,
- 06.
Dramatiker
- In den Bibliotheken städtischer Ballungen
stapeln sich Bücher über läppische Wallungen
neben Bänden voller Lieder über Beulen und Schräglagen
und die Wände hallen wieder von Heulen und Wehklagen,
von Heulen und ZähneklapperplappernUnd die Mädchen an den Tischen singen:
Uuuh — und dann ich so und dann er so und dann
Uuuh — der muss doch einfach manchmal meine
Uuuh — und dann ich so und dann er so und dann …Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Deine Weste ist zu weiß, warte ich frag einen BatikerUnd jede Lotte lässt den Lassi stehen
will mit den Sorgen Gassi gehenUnd so wandern wir denn zwischen Büscheln von Haaren
Unterm Trottoir der Zoff von tausend Jahren
Führen schwarzgraue Wolken an grellbunten Leinen,
uns drunter zu stellen und im Regen zu weinenUnd die Jungs an den Laternen singen:
Uuuh — und dann ich so und dann sie so und dann
Uuuh — Ich brauch doch einfach manchmal meine
Uuuh — Und dann ich so und dann sie so und dann
Uuuh — Was will denn die?Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Dein Weltbild hängt schief, warte ich frag einen Statiker
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Deine Weste ist zu weiß, warte ich frag einen BatikerUnd die Rentner in den Logen singen:
Uuuh — und dann sie so und dann er so und dann
Uuuh — aber die müssten sich doch einfach einmal
Uuuh — Und dann sie so und dann er so und dann
Uuuh-Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Dein Weltbild hängt schief, warte ich frag einen Statiker
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Deine Weste ist zu weiß, warte ich frag einen Batiker
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Du hättest es gern heiliger, ich frag nen Talarsticker
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Denkst du vielleicht, zerrauft sitzt dein gescheiteltes Haar schicker
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Wer zu viel frisst aus Frust, verlässt danach oft die Bar dicker
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Drama! Drama!
Drama Dramatiker Drama Dramatiker
Ich weiß Ronaldo macht das auch, aber der ist auch ein Starkicker
- In den Bibliotheken städtischer Ballungen
- 07.
23.55: Alles auf Anfang
- Du wirst zahnlos geboren und ohne Zähne
gewogen,
kriegst sie bis Mitte zwanzig schon wieder gezogen, bist oh
so verschüchtert, verzagt und vernagelt, kein Licht
dringt zu dir, so geplagt bist du, sternhageldichtWas dich runterzieht, sind deine schweren Arme
Wer schleicht, dem wird leicht kalt, darum schleichst du ins Warme
Du nennst es Weltschmerz, ich nenn es Attitüde
Es ist erst fünf vor zwölf und du bist schon so müdeIhr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 5 vor 12, alles auf Anfang
Ihr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 5 vor 12, alles auf AnfangNimm deine Zähne, leg sie unter dein Kissen
und sag der Fee, du möchtest Folgendes wissen:
Warum sinkt mir mein Herz in meine schweren Beine
Ich kann kein Ende sehen von meiner langen LeineDas, was dich so beschwert, das sind die dicken Bären
die sie dir aufbinden, du könntest dich beschweren
Ob das vom Bein haut, das wäre nur zu klären,
wenn die kleinlauten kleinen Leute
im Kleinen deutlich lauter wärenIhr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 5 vor 12, alles auf Anfang
…..Wer A sagt, muss auch B sagen,
nach dem ganzen ABC fragen
Wer Ach sagt, muss auch wehklagen
Wer Ja sagt auch Ach nee sagenFühlst du dich mutlos, fass endlich Mut, los
Fühlst du dich hilflos, geh raus und hilf, los
Fühlst du machtlos, geh raus und mach, los
Fühlst du dich haltlos, such Halt und lass losIhr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 5 vor 12, alles auf Anfang
…..Ihr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 4 vor 12, alles auf Anfang
Ihr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 3 vor 12, alles auf Anfang
Ihr sagt: Kein Ende in Sicht
Wir sagen: 2, 1 auf die 12
- Du wirst zahnlos geboren und ohne Zähne
gewogen,
- 08.
Die Träume anderer Leute
- Schlaf, Kindchen, schlaf
Des Vaters Ton war scharf
Die Mutter schüttelt´s Bäumelein
Da fiel herab ein Träumelein
Brav, Kindchen, bravUnd trittst du noch heute vor den Baum
und fragst nach einem eigenen Traum
Ich glaub, dann schüttelt der Baum dich
und sagt: Sei still, jetzt rede ichSag: schläfst du anderer Leute Schlaf,
zählst du anderer Leute Schaf,
bist du des Wahnsinns nette Beute,
du träumst die Träume anderer LeuteDu schlafwandelst, du bravwandelst,
du herdentierst, du schafwandelst
den Schäfchen hinterherIch glaub, du träumst die Träume anderer Leute
und du versäumst
traumhafte Räume
Ich glaub, du träumst die Träume anderer Leute,
und das, was du versäumst,
ist mehr als das, wovon du träumstWeißt du, Träume sollten schweben
Und es kann nichts als Regen geben,
wenn die Träume so tief fliegen,
weil sie zum Schweben zu viel wiegenTritt doch den Baum noch mal vors Knie
Es kann ja sein, man weiß ja nie,
fragst du den Baum ein zweites Mal,
sind doch nicht alle Äste kahlUnd vielleicht hängt da ein neuer,
bescheuerter, scheuerer,
wenig geheuerer TraumUnd vielleicht ist das dann deiner,
dein einer, alleiner,
den keiner vor dir geträumtIch glaub, du träumst die Träume anderer Leute
…
- Schlaf, Kindchen, schlaf
-
09. Meine Freundin war im Koma und alles, was
sie mir mitgebracht hat, war dieses lausige
T-Shirt
- Meine Freundin war im Koma
und ich krieg nur
ein lausiges T-Shirt,
das sagt:du auch du auch
du auch du auch
auch du
du auch du auch
du auch du auch
auch duWir wollten alle gerne ein Souvenir
vom Tunnel-Ende
Aber du hattest selber viel Gepäck
und ich weiß, du hast nur zwei HändeAber gab´s nicht irgendwas, das sagt:
Es ist okay,
irgendetwas, das uns zeigt,
es tut gar nicht wehUnd nicht
du auch du auch
du auch du auch
auch du
du auch du auch
du auch du auch
auch duAuch ich wollte ein Souvenir
vom Tunnel-Ende
Aber ich weiß, das weiße Licht rinnt
einem immer durch die HändeSo wie
du auch du auch
du auch du auch
auch duAlso ein Hemd und ohne Taschen,
aber ach, ich will mich nicht beklagen,
vielleicht näh ich noch Taschen drauf
aber dann will ich´s mit Fassung tragenSo wie
du auch du auch
du auch du auch
auch duMeine Freundin war im Koma
und ich krieg diese lausige Tasse
mit einem kleinen Loch im Boden
für alles, was auch ich nicht fassen kannUnd vorne drauf steht World´s Best Mum
und World´s Best Wife
und World`s Best Friend
Und hinten drauf steht klein gedruckt
dann noch
World´s EndDa steht: du auch du auch
du auch du auch
auch du
du auch du auch
du auch du auch
auch duUnd ich hör noch, wie ich sag,
das warst nicht du
Ich glaub, die Frau im Auto
warst nicht duDu nicht du nicht
du nicht du nicht
nicht du
- Meine Freundin war im Koma
- 10.
Kreise
- Wohin du dich drehst,
überall unsichtbare Wände
Du lehnst die heiße Stirn
gegen das GlasEin müder Pantomime,
du hebst nicht mal mehr die Hände,
und unter deinen Schuhen
wächst das GrasUnd du fragst,
ist denn alles, was mir noch bleiben soll,
unsichtbare Botschaften zu schreiben?
Ist denn alles, was von mir bleiben soll,
mein S.O.S. im Atem an den Scheiben?Und du bleibst Jahr für Jahr
in deinem Käfig aus Glas
Und du drehst Kreise um Kreise um Kreise um Kreise um Kreise
Und ja ja ja
Vielleicht macht das ja Spaß,
immer entlang an der Käfigwand,
auf dieselbe WeiseUnd du setzt
Schritt vor Schritt vor Schritt
und schreckst ein Stück zurückUnd du sagst ja nein ja
und dazu wiegst du dein Haupt,
ganz genau wie gefangene Tiere
oder GreiseUnd ja ja ja
Vielleicht warst du ein Raubtier
Aber jetzt bist du taub und hast Staub
auf den Augen
und brüllst dich heiserUnd du baust Jahr für Jahr
einen neuen Käfig aus Glas
Und du drehst Kreise um Kreise um Kreise um Kreise um Kreise
Und ja ja ja
Vielleicht macht das ja Spaß
Aber du drehst Kreise und weißt doch
Ein Kreis ist noch keine Reise
- Wohin du dich drehst,
- 11.
Im Auge des Sturms
- Der Tag hält den Atem an, alles ist
still
In den Ecken tanzt flüsternd Papier
Ein unruhiger Wind fegt durch die Straßen
und über die Bank, auf der wir vorhin saßen
macht Halt und sucht nach dir
Aber du bist hier bei mir
Still im Auge des SturmsDie Häuser drängen sich eng aneinander,
sie wären gern woanders als hier
Der Wind reißt gereizt alle Blätter von Bäumen
verknotet die Schnüre an Drachen und Träumen,
sucht Halt und greift nach dir
Aber du bist hier bei mir
Still im Auge des SturmsDie Stadt starrt geduckt in die gelbgrauen Wolken
mit Augen, die stumpf sind und matt
Ein staubiger Wind wie ein trockener Husten
zerreißt mit fiebriger Hand den verrußten
Himmel über der StadtDer Wind wirft sich wütend gegen die Fenster
Er heult wie ein hungriges Tier
Der Sturm peitscht turmhohe Wellen in Pfützen
reißt Dackel von Leinen, stiehlt Kinder und Mützen
macht Halt und brüllt nach dir
Aber du bist hier bei mir
Still im Auge des Sturms
Sand im Auge des Sturms
- Der Tag hält den Atem an, alles ist
still
- 12.
Nichts, was wir tun könnten
- Deine Hand liegt in meiner,
mein Leben ab heute in deiner Hand
Kein Licht schien je klarer und reiner,
kein Schmerz hat je so hell gebranntIn deinen Augen unendliche Weite
Ein Blick von der anderen Seite
Wir sind verloren,
wir sind verlorenWas unter Schmerzen geboren wird,
muss unter Schmerzen verloren gehenEs gibt nichts, was wir tun könnten
Es gibt nichts, was wir tun könnten
Es gibt nichts, was wir tun könnten,
außer uns auszuruhenIch werd mich nicht bewegen,
den Kopf gesenkt, Genick entblößt,
warte ich auf den Segen
oder den Schlag, der mich erlöstund mich entlässt in unendliche Weiten
für einen Blick auf die andere Seite
Nichts geht verloren,
nichts geht verlorenWas niemals geboren wird,
kann niemals verloren gehenEs gibt nichts, was wir tun müssten
Es gibt nichts, was wir tun müssten
Es gibt nichts, was wir tun müssten,
außer uns auszuruhenEs gibt nichts, was wir tun könnten
Es gibt nichts, was wir tun könnten
Es gibt nichts, was wir tun könnten,
außer uns auszuruhen
- Deine Hand liegt in meiner,






